Abenteuer Down Under - The camper diary
Nach 30km auf dem Kakadu Highway biegen wir ab zum Burrungkuy Rock. Dort kommen wir in einem eineinhalbstündigen Rundgang zwischen riesigen Felsblöcken hindurch an Felsmalereien und ehemalige Lagerplätzen der Ureinwohner vorbei. Dazu gibt es Ausblicke auf ein weites Tal, das am Horizont von einem langen Felsband begrenzt wird. Das Gebiet auf welchem der Rundgang angelegt wurde gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist gut besucht. Als wir zum Kakadu Highway zurückkehren treffen Tourbusse ein. Auf der schmalen, leicht holprigen Strasse erreichen wir bald den kleinen Ort Jabiru und installieren uns auf dem leicht beschatteten Campingplatz der Aurora Kakadu Lodge, 40AUD, 22CHF, UP.
Es gibt in Australien auch Highways die nicht nur aus langen Geraden bestehen. Der Kakadu Highway auf den wir heute einschwenken beginnt extrem kurvig. Die Strasse ist jedoch in einem für das NT ungewöhnlich guten Zustand und wir sind praktisch alleine unterwegs. Wir winden uns durch ein Meer von dünnstämmigen Bäumchen. Termitenhügel, so gross wie Findlinge tauchen darin auf. Bei der Rangerstation des Kakadu Nationalparks machen wir Pause. Schon oft wurde auf Toiletten darauf hingewiesen den Deckel zu schliessen, nun taucht zum ersten Mal in der WC-Schüssel ein Fröschchen auf, das sich gegen den Strom des Spülwasser wieder an seinen Platz unter dem Sitzrand hocharbeitet.
Der Gegenverkehr auf dem Highway nimmt nun zu. Die breiten australischen Wohnwagen belegen die gesamte Fahrbahnbreite. Zum Glück ist unser Gefährt ein schmaler Wurf. Es folgen nun mehrheitlich gerade Abschnitte sowie langgezogene Kurven und damit sind wir bald bei der Abzweigung zum Yellow Water Campground and Caravan Park, 54AUD, 30CHF, UP.
Bevor wir den Stuart Highway wieder unter die Räder nehmen gönnen wir uns ein warmes Bad im kristallklaren Wasser der Bitter Springs. So früh am Tag haben wir das ganz naturbelassene Gewässer noch fast für uns alleine. Besonders entspannt ist auch, dass sich nur in der Regenzeit Krokodile in der Gegend tummeln.
Auf dem Stuart Highway liegt viel Roadkill auf dem recht guten Belag. Nur einzelne Schlaglöcher tauchen auf, so dass wir gut vorankommen und bald Katherine, das Service-Zentrum der Region, erreichen. Wir verpflegen uns, machen eine Runde durch die Tourist Information und stocken unsere Vorräte mit einem Besuch beim Woolies auf.
Kurz vor bevor die Reception ihre Türen schliesst erreichen wir das Riverview Tourist Village, 47AUD, 26CHF, UP.
Bei bestem Reisewetter wagen wir uns auf den berühmten Stuart Highway (A1) der in Nord-Süd Richtung durch den ganzen Kontinent führt und damit Darwin mit Adelaide verbindet. Es sind viele einheimische Camper unterwegs. Der Strassenbelag ist ein grosser Flickenteppich, doch lieber ein wenig Geholper als dauernd um Schlaglöcher herumkurven. Beim ausgefallen dekorierten Larrimah Hotel legen wir eine Pause ein.
Die Strasse wird besser und wir können mit 130km/h bis nach Mataranka brausen. Beim Roadhouse füllen wir den Tank auf und machen Mittagspause. Anschliessend biegen wir um die Ecke und installieren uns auf einem schattigen Platz des Territory Manor, Motel & Caravan Parks, 15AUD, 8CHF, UP.
Unter einem wolkenlosen Himmel können wir auf einer guten einspurigen Strasse unsere Fahrt fortsetzen. Auf zweispurigen Abschnitten haben wir die Möglichkeit ohne Ausweichmanöver Roadtrains zu kreuzen. Eine sehr lange Baustellen-Umfahrung führt uns über eine gut ausgebaute Naturstrasse. Unser Reisemobil sammelt dabei fleissig roten Staub. Danach folgt eine neue, gut ausgebauten zweispurige Strasse.
Bei der Bullwaddy Rest Area ist es Zeit für eine Pause. Es folgen noch 90km auf einer guten Strasse, die wir praktisch für uns alleine haben. Nur der Seitenwind stört ab und zu den Fahrgenuss. Wir machen stoppen beim Hi-Way Inn Caravan Park, 40AUD, 22CHF, UP.
Der Tablelands Highway beginnt einspurig. Trockenes Gras säumt den Strassenrand. Falls es Gegenverkehr hätte, wüsste ich nicht wie ausweichen. Doch an diesem kühlen, sonnigen Morgen sind wir zunächst alleine unterwegs. Es geht über einige Crests, dann folgt eine kahle Ebene auf der viele Kühe mit Kälbern unterwegs sind. Der Belag wird nun extrem schlecht. Er ist uneben und von tiefen, grossen Löchern durchzogen. Ich finde kaum mehr eine Spur die fahrbar ist. Tiertransporter kommen uns entgegen. Sie werden wohl die Ursache für den desolaten Zustand der Strasse sein. Nach 140km machen wir Pause bei der Brunette Downs Rest Area.
Die Strasse wird etwas besser. Es gibt kurze zweispurige Abschnitte die für Überholmanöver vorgesehen sind. Auf dem einspurigen Holpersträsschen mit vielen Weiderosten sind nun 110km/h erlaubt. Ich beschränke mich auf 80km/h. Der Verkehr nimmt zu. Wir kreuzen viele Roadtrains und fahren zu diesem Zweck weg von der Strasse auf die Wiese. Auch Camper und Caravan Gespanne kommen uns entgegen. Bei der Joana Turnoff Rest Area legen wir eine zweite Pause ein. Völlig unerwartet haben wir danach während 40km eine zweispurige Strasse unter den Rädern. Sie ist jedoch extrem wellig, so dass man nur 80km/h fahren kann ohne in die Luft zu gehen ;-).
Der letzte Abschnitt bis zum Heartbreak Hotel & Campground, 30AUD, 17CHF, UP, ist nochmals einspurig, jedoch in gutem Zustand.
Mit Rückenwind überfahren wir 13 Kilometer nach dem Start die Grenze Queensland - Northern Territory. Wie es sich für einen Grenzübergang gehört ändert sich sofort die Qualität der Strasse. Es wird eng und holprig. Grobe Schlaglöcher zieren den rissigen Asphalt. Gleichzeitig ändert sich auch die Vegetation. Soweit das Auge reicht zeigt sich nur noch hellbraunes Steppengras. Kein Baum oder Strauch ist mehr sichtbar.
Nach einer Pause auf halber Tagesdistanz bei der Soudan Bore Rest Area wird alles anders. Die Strasse ist nun mehrheitlich breit und eben, wir dürfen mit 130km/h unterwegs sein und es hat wieder Bäume und Sträucher neben der Fahrbahn.
Entspannt erreichen wir die schön gestaltete Barkly Homestead Anlage mit Tankstelle, Restaurant, Laden und Camping, 36AUD, 20CHF, UP. Ab 16 Uhr ist Happy Hour und danach gibt's live music - iiihhhaa!
Zum Abschied zeigt sich Mount Isa von der sonnigen Seite. Abgesehen von schwarzen und weissen Rauchwolken, die den Minenschloten entweichen ist der Himmel klar. Auf der gut ausgebauten A2, dem Barkly Highway ziehen wir weiter Richtung Westen. Als wir nach gut 100km, vielen Kurven und einigen Auf- und Abstiegen bei einer Rest Area aussteigen, bläst uns ein kalter Wind in den Rücken.
Der zweite Teil der Strecke ist flacher und führt über viele lange Geraden. Das Rover Museum markiert den Anfang der kleinen Siedlung Camooweal. Wir suchen uns einen Platz auf dem Post Office Hotel Motel & Caravan Park, 34AUD, 19CHF, UP. Anschliessend verpflegen wir uns im Roadhouse und können dabei in einer WM-Zusammenfassung zusehen wie die Schweiz 4:1 gegen Bosnien gewinnt - Hopp Schwiiz! (Australien verliert leider gegen die USA)
Die Scheibenwischer arbeiten auf der höchsten Stufe. Dunkelgraue Wolken hängen tief über der hügeligen Landschaft. Die entgegenkommenden Roadtrains decken uns mit meterhohe Wasserfahnen ein. Es scheint, wir sparen uns mit der heutigen Fahrt den Besuch einer Waschanlage. Dabei sah der Wetterbericht nur wenig Regen vor.
In regelmässigen Abständen tauchen zweispurige Abschnitte auf, die für Überholmanöver angelegt wurden. Ich nutze eine dieser Stellen um einen Lastwagen zu überholen. Es dauert etwas, bis das Manöver durch ist, aber auf einem der Kleber am Armaturenbrett steht ja auch deutlich, dass wir mit einem Lieferwagen und nicht mit einem Sportwagen unterwegs sind ;-).
Das trübe Wetter passt gut zur Hochkamin-Skyline von Mount Isa, einer Bergwerksstadt mit mehreren offenen Minen.
Wir stoppen bei der ersten Tankstelle, beim Coles und zuletzt beim Oasis Caravan Park, 48AUD, 27CHF, P.
Nachdem die Senioren-Reisenden mit ihrem Konvoi von 15 Caravans und Campern den Platz verlassen haben, nehmen auch wir den Matilda Way wieder unter die Räder. Der Himmel strahlt in reinstem Blau und die Buschlandschaft links und rechts der Strasse zieht in verschiedensten Grüntönen an uns vorbei. Ein Dingo wechselt flink die Strassenseite. Die Strasse ist auch heute voller Wellen und Senken. Während mehreren Kilometern fahren wir durch einen „Termitenhügel-Friedhof“ mit unglaublich vielen niedrigen, spitzen „Grabsteinen“.
Es kommen uns heute mehr Fahrzeuge als in den letzten Tagen entgegen. Eine einspurige Brücke passieren wir kurz bevor wir einen Roadtrain kreuzen. Da die auf der Karte aufgeführte Rest Area nach 110km nicht auftaucht fahren wir durch bis zum Oasis Caravan Park, 35AUD, 20CHF, UP.
Wir verlassen das entspannte Karumba zusammen mit blinden Passagieren. Kleine Ameisen haben während unserer Wanderung zum Karumba Point unser Reisemobil samt essbarem Inhalt entdeckt. Zurück in Normanton bunkern wir Bargeld, Benzin und Zip-Säckli, letztere um unsere Vorräte möglichst lange vor den gefrässigen Invasoren zu schützen.
Auf dem Matilda Way geht es dann Richtung Süden. Ein Roadtrain bremst uns etwas aus, doch bald biegt er ab und wir haben die Strasse für uns. Lange Geraden führen durch die rotbraune, gelbe und grüne Buschlandschaft. Eine Gruppe Brolgakraniche möchte die Strasse überqueren. Zum Glück lassen sie uns den Vortritt. Einspurige Abschnitte und Baustellen sorgen für eine abwechslungsreiche Fahrt. Bei der Bang Bang Rest Area machen wir Pause.
Der zweite Teil der Strecke ist so "bumpy", dass ich selten an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 110km/h herankomme. Wir stoppen beim Burke & Wills Roadhouse, 15AUD, 8CHF, UP.
Vollgetankt geht es mit 110km/h durch den Busch. Das grüne Strassenbord leuchtet in der Morgensonne. Niedere Bäume säumen die recht breite Strasse deren Belag manchmal schwarz, manchmal rotbraun und oft grau ist. Ich versuche ein totes Känguru zu umfahren rolle jedoch noch über seinen langen Schwanz. Schon folgen die nächsten Kadaver die ich nicht unter den Rädern haben möchte. Ein Schwarm Vögel flüchtet im letzten Moment.
Wir machen Pause in Normanton und kaufen im Foodworks ein. Auf der Burke Developmental Road geht es weiter Richtung Norden. Ein Brolgakranich (in Australien stark verbreitet) kreuzt die Strasse. Wir kurven Richtung Westen, dann nach Süden. Die Landschaft wird trockener. Der Himmel spiegelt sich auf der endlos langen Geraden. Der Horizont verschwimmt in einem hellen Blau. Wir bleiben am Boden und halten beim Gulf Country Caravan Park, 42AUD, 24CHF, UP.
Der Morgen war kühl, doch unterwegs wird es bei strahlender Sonne warm im Cockpit. Die Klimaanlage schafft Abhilfe. Die Landschaft wird trockener und die Bäume kleiner. Spitze, niedrige Termitenhügel breiten sich in alle Richtungen aus. Die ersten einspurige Strassenabschnitte tauchen auf. Zum Glück hat es wenig Verkehr und wir müssen nur selten mit mit zwei Rädern in den Staub.
Nach einer Pause beim Roadhouse von Georgetown folgen noch ein paar weitere einspurige Abschnitte. Insgesamt ist die Strasse jedoch in einem sehr guten Zustand. Ein Apollo Van unseres Typs kommt uns entgegen. Wir hatten schon geglaubt, wir seien die einzigen die sich ohne 4x4 Antrieb auf diese Strecke wagen.
Nach und nach stehen die Bäume wieder dichter beisammen und die Baumkronen bilden ein hellgrünes Meer.
Eine lange, schmale, einspurige Brücke fordert meine Steuerkünste ;-). Dann folgen Abschnitte mit breiter Strasse auf denen 110km/h erlaubt ist. Der Seitenwind wird stärker, dann erreichen wir den Croydon Caravan Park, 35 AUD, 20CHF, UP.
Nachdem der Tank gefüllt ist, verläuft die Fahrt nach dem Schema: hinauf zur Crest hinunter zum Creek und für Abwechslung sorgen dabei Wolken, Sonne, Regen und Wind.
In Mount Garnet legen wir bei der Top Tankstelle eine Pause ein. Danach geht es mit Tempo 100 weiter zur Abzweigung auf die Gulf Developmental Road. Lange Geraden führen durch Eukalyptuswald und trockene Weide. Am Strassenrand tauchen Kühe auf und Vogelschwärme zeigen an, wo Wallabys die Überquerung der Strasse nicht überlebt haben. Wie Findlinge türmen sich grosse, rote Termitenhügel in der Landschaft.
Nach der Mittagspause im Roadhouse von Mount Surprise tuckern wir zum Kui Parks Camping, Planet Earth Adventures, 18AUD, 10CHF, UP.
Bei Wolken, Sonne, Wind und kurzen Regenschauern schrauben wir uns hinauf nach Herberton. Nach eine Rundgang durch das ehemalige Minendorf, gönnen wir uns Kaffee und Mandelgipfel in Madame Bugat's Café & Crêperie. Die Besitzerin des stilecht dekorierten Lokals verbringt einen Teil des Jahres in ihrem Haus in der Normandie und ist seit vielen Jahren eine begeisterte Hobby-Goldschürferin.
Nach einer Achterbahnfahrt durch Wald und Wiesen sind wie in Ravenshoe reif für eine Mittagspause. Nach einem Spaziergang durch den kleinen Ort melden wir uns auf dem Camping Curlew, 30AUD, 17CHF, P, der auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs inmitten alter Waggons und einer restaurierten Dampflokomotive angelegt wurde. Der freundliche Caretaker und seine Gehilfinnen machen ihre Arbeit auf freiwilliger Basis.
Bei strömendem Regen und böigem Wind geht es durch enge Kurven hoch nach Mount Molloy. Dort zeigt sich die Sonne wieder, ideal um im mexikanisch/schweizerischen Mount Molloy Café eine Pause einzulegen. Doch der Regen ist noch nicht durch für heute. Auf den langen Geraden Richtung Mareeba rotieren die Scheibenwischer auf der höchsten Stufe und der Seitenwind rüttelt kräftig an unserem 3 Meter hohen Reisemobil.
Nach einer Einkaufsrunde im Coles gibt es noch einen Sprint bis zum Atherton Tablelands Holiday Park, 34AUD, 19CHF, UP.
Im Morgenstossverkehr arbeiten wir uns auf dem Captain Cook Highway durch unzählige Kreisel aus Cairns hinaus. Nach einem Kurvenfestival zwischen Berg und Küste halten wir bei Ellis Beach. Einmal mehr sind wir beeindruckt von der wilden Schönheit dieser Küstenregion. Gestärkt mit Chips und Kaffee, steuern wir Port Douglas an und besuchen dort unsere Lieblingsgelateria `Wicked Ice Cream‘. Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Mossman Pool and Caravan Park, 50AUD, 28CHF, UP.