Den Schienen sei Dank
06.04.2026 von röbi
'Dunedin 55 km' stand auf dem grünweissen Wegweiser im Zentrum von Milton. Obwohl Dunedin unser Ziel war, ignorierten wir den Hinweis und folgten in der Gegenrichtung, gemäss der Empfehlung unseres freundlichen Camping-Managers, den unauffälligen, goldbraunen Tafeln, die uns weg vom State-Highway1 zum Start des 'Clutha Gold Trails' führten.
Dies war der Beginn einer Route durchs Landesinnere, die uns über eine Distanz von 400 Kilometern nach Dunedin, in die zweitgrösste Stadt der Südinsel, bringen sollte. Wir entschieden uns für die Strecke, weil wir dabei von zwei der 23 Great Rides, die Neuseeland für Radfahrer bereithält, profitieren konnten. Beide Great Rides, der Clutha Gold Trail und der Otago Central Rail Trail folgen den Trassees ehemaliger Eisenbahnlinien und waren damit geradezu auserwählt, mit unseren vollbepackten Velos befahren zu werden.
Zusammen mit vielen Radtouristen, die meisten davon mit eBikes und leichtem Gepäck unterwegs, kurvten wir auf gut ausgebauten Schotterpisten durch die fantastische Landschaft der Region Otago, machten Halt in kleinen Orten, besuchten die Lokale entlang der Strecke und genossen den langen „Umweg“ vom Anfang bis zum Ende. (Dunedin, Neuseeland)
Verlorenes (Velo-)Paradies?
22.03.2026 von röbi
Für uns Fahrradreisende gibt es nichts Schöneres als über gute Strassen, die durch spektakuläre Landschaften führen, von einem Ort zum anderen zu touren, unterwegs in gemütlichen Cafés Pause zu machen, Gespräche einheimischer Tischrunden mitzuhören, über das Woher und Wohin Auskunft zu geben und so Land und Leute kennenzulernen. Wenn wir dann auch noch in regelmässigen Abständen einen Campingplatz mitten in der Natur finden, fühlen wir uns im Velo-Paradies.
Ein solches Paradies für Velotouristen könnte Neuseeland sein, wären da nicht die vielen motorisierten Vehikel. Die engen Verhältnisse auf den Strassen und rücksichtslose Autolenker, die mit hoher Geschwindigkeit überholen und dabei so wenig Abstand halten, dass sich die Rückspiegel berühren, können uns den Tag vermiesen.
Genauer betrachtet sind jedoch solche Situationen nicht ein Mengenproblem, sondern ein Verhaltensproblem. Würden die Autolenker die Radler als gleichberechtigt betrachten, könnte man sich die Strasse teilen und alle Beteiligten wären zufrieden.
Deshalb meine ich (als Optimist und Dreamer ;-)), braucht es so viele Velotouristen wie möglich, damit sich alle daran gewöhnen, dass nicht nur vier- und mehrrädrige Fahrzeuge unterwegs sind, sondern auch Zweiräder zum Strassenbild gehören. In diesem Sinne: "Keep on touring!", das Paradies ist noch nicht verloren :). (Alexandra, Neuseeland)